Frauen, Behinderte, ihre Freiheit und Rechte … und die Medien

Es ist wirklich schön zu sehen, wie sehr sich deutsche und internationale Medien (und viele viele Leute aus der Politik) zur Zeit um die berufliche Freiheit von Frauen sorgen und wie sehr ihnen doch die Rechte und Lebenschancen von Menschen mit Behinderungen (zumindest männlichen Menschen mit Behinderungen) am Herzen liegt. 

Heute:

Ein Freier und seine Prostituierte

Böses Foul so am Rande… „seine“. Die Hervorhebung ist meine.

Aber „Eine Prostituierte und ihr Freier“ kommt bestimmt bald.

Wie schon einmal gesagt – zu Frauen (ohne oder mit Behinderungen) und Beruf fällt mir ein: Ausbildungschancen, Erziehung, Coaching, Quote, Wiedereinstieg und echte Qualifizierung nach Familienphase, kritischer Umgang mit Sexismus, intelligente Teilzeit- und Jobsharingmöglichkeiten, Arbeitszeitverkürzung, Gender-Fortbildung für Firmenchefs, Familienmodelle, angemessene Bezahlung, Fortbildungsangebote und Aufstiegschancen in sogenannten „weiblichen“ (= sozialen) Berufen …. aber wozu, nervt doch nur, schlagen wir lieber eine Bresche für die selbstbestimmte „Sexarbeiterin“. Und für „differenzierte“ Geschäftsmodelle in der Prostitution. Das muss den Mädels doch genügen!

Und dann eben Menschen mit Behinderungen. Hier gibt es eine Menge Themen. Die unsägliche Inklusionsdebatte in der Bildungspolitik bei hartnäckiger Weigerung, sie irgendwie umsetzbar zu gestalten. Forderungen nach Inklusion im Beruf, nach Möglichkeiten, ein selbstbestimmtes Leben wirklich führen zu können. Nach professioneller Berufsbegleitung, damit sie ihre Jobs machen können. Forderung nach Anerkennung von Fähigkeiten. Nach Rechten, nach Leben, nach Selbstverständlichkeiten. Nach einer Zivilgesellschaft, die endlich Platz macht.

Hier ein geklautes Zitat:

Ein selbstbestimmtes Leben ist für mich nicht unterschieden zu werden von anderen, die gleichen Rechte zu haben, nicht erst immer durch lange Prozeduren der Bürokratie fest stellen lassen zu müssen, dass mir die Hilfe zu steht oder überhaupt die Fähigkeit alleine zu leben erst durch Kontrolle vom Amt abgesegnet wird, nur weil man „anders“ist….

Dieses Zitat stammt nicht von einem „Behinderten“ in der Definition der taz oder anderer Medien. Es stammt von einer Frau mit einer Behinderung. Die ich nicht gegen Männer aufrechnen möchte. Ich wette, die fordern genau das Gleiche.

Auch: eine andere Einstellung zu Menschen und zu Sexualität.

Die werden sie aber nicht kriegen, solange Prostitution als ziemlich normales Verhältnis zwischen Männern und Frauen gilt. Solange dahinter ein gruseliges Bild von Sex und seiner „Verteilung“ auf Männer und Frauen, auf Behinderte und Nicht-Behinderte gilt. Männer „brauchen“ Sex und Frauen „haben“ Sex. Männer müssen „schön“ sein oder zahlen. Aber ein „Recht“ auf Sex haben sie auf jeden Fall. Und die Gesellschaft muss ihnen die Frauen zur Verfügung stellen. Auf Werbeplakaten, in Pornos und Bordellen. Medial verhübscht, sogar romantisiert.

Und sonst? Frauen mit Behinderungen. Es lohnt sich durchaus, sich die Studie des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2010 dazu mal anzuschauen. Nein, um Forderungen nach männlichen „Sexarbeitern“ geht es darin wahrlich nicht.  

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