Karlsruher Appell

Karlsruher Appel für eine Gesellschaft ohne Prostitution

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Forderungen:

Angesichts der jahrelangen stagnierenden politischen Debatten, die in keiner Weise den  verheerenden Entwicklungen in der Prostitution gerecht werden, angesichts der aktuellen Auseinandersetzungen bezüglich einer Forderung nach einer Gesellschaft ohne Prostitution und angesichts der Tatsache, dass bisher keine Partei die täglich und zunehmend stattfindenden Menschenrechtsverletzungen in der Prostitution beendet hat, fordern wir

  • Die Bereitschaft aller politischen Akteure, sich für eine Gesellschaft ohne Prostitution einzusetzen
  • Regulierung der Prostitution als sozialverträgliche Übergangslösung mit dem langfristigen Ziel einer Gesellschaft ohne Prostitution
  • Langfristig die Bestrafung von Menschen, die Männer, Frauen und Kinder für sexuelle Handlungen „kaufen“
  • Aktive Aufklärung über Prostitution in den Schulen
  • Aktive Aufklärung über Prostitution in den möglichen Herkunftsländern

Ausschnitte:

Das Gesetz sollte mit der Doppelmoral Schluss machen, Prostitution in die öffentliche Diskussion bringen und die gesellschaftliche Akzeptanz sowie die Arbeitsumstände der SexarbeiterInnen verbessern. Diese Intentionen waren gut, sie waren mutig und werden von niemandem in Frage gestellt. […]
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Heute, 12 Jahr später wissen wir aber auch, dass sich die Lebenssituation der Zielgruppe nicht verbessert hat. Die Preise fallen, die liberale Gesetzgebung und der Zuzug von Menschen aus ärmeren Ländern macht Deutschland zu einem Eldorado für Menschenhändler, Bordellbetreiber und Zuhälterinnen. Dass wir in einem Europa der offenen Grenzen leben würden, war bekannt. Es war nur eine Frage der Zeit, wann die Liberalisierung und Armutsprostitution Deutschland zu einem favorisierten innereuropäischen Ziel für Sextouristen machen würde. Trotz aller Kritik: Dass die Liberalisierung einen ungestörten Handel in der Prostitution ermöglicht, ist nicht alleine dem Gesetz geschuldet, sondern der Untätigkeit aller nachfolgenden Regierungen. Jahre sind vergangen, die Kassen der Nutznießer, zu denen aufgrund der Steuereinnahmen wir alle gehören, haben sich gefüllt. Die menschenunwürdigen Zustände für viele Frauen und Männer, mit katastrophalen Folgen für Körper und Seele, von denen immer nur am Rande die Rede ist, haben sich verschärft.
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[…]
Tatsache ist, dass Menschen in der Prostitution mehrheitlich einem System ausgeliefert sind, das ihre Integrität zerstört, der Übereinstimmung ihrer persönlichen Wertvorstellungen und dem, was sie tagtäglich körperlich erfahren. Die Liebe zur Intimität, auf die sich die männlichen Autoren im Text „343 Salauds“ berufen, offenbart einen Widerspruch und den Zynismus dieses Appells: Zugriff auf Intimität hat der, der zahlt. Es lässt sich lässig mit solchen Begriffen umgehen – sofern sie einen nicht persönlich betreffen. Niemand, der sich nicht bereits selber prostituiert hat, hat das Recht die Verletzung der Integrität und ihre fatalen Folgen zu verharmlosen. Die meisten Prostituierten möchten übrigens nicht, dass ihre Söhne oder Töchter ebenfalls im Gewerbe arbeiten. Sie werden ihre Gründe haben.
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Es geht um wenige Profiteure und um viele prekäre Einzelschicksale. Und es geht um die Frage: Wie können wir als den Menschenrechten verpflichtete Gesellschaft mit der Prostitution, einem von Machismus und Ausbeutung geprägten System umgehen? Einem System, das menschliche Beziehungen ökonomisiert und mehr Verliererinnen als Gewinner produziert. Einem System mit extrem ungleichen Machtverhältnissen und einer bis an die Schmerzgrenze reichenden Benachteiligung von Frauen und Menschen in prekären Situationen. Auch wenn es so scheint, als ob  zukünftig alles gesetzlich geregelt werden könne, kommen wir um eine grundsätzliche Wertedebatte nicht herum: Das Bereitstellen von Kondomen und frischen Handtüchern macht aus Prostitution noch lange kein harmloses Geschäft.

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