Sexboxen (auch: „Verrichtungsboxen“)

Das System der Sexboxen scheint es öfters zu geben. Zunächst wurde es wohl in Essen, Köln und Dortmund eingeführt. Sie sind nach der Logik eines Drive In aufgebaut. Im vorderen Bereich stehen Frauen einzeln in kleinen Unterständen, die denen einer Bushaltestelle ähneln, sie dürfen sich da sogar hinsetzen.

Die Käufer fahren vorbei und suchen sich eine Frau aus. Danach fahren sie gemeinsam in eine Art offene Garage. Idealerweise ist sie so gebaut, dass die Fahrertür dann nicht mehr geöffnet werden kann, die Beifahrertür schon. An dieser Seite ist ein Notfall/Alarmknopf angebracht, den die Frau dann drücken kann. Idealerweise kommt dann Polizei oder Security.

Die Plätze werden aufgehübscht durch die Anwesenheit einer Sozialarbeiterin und einer Dusche in einem Container. Es gibt auch warmen Tee. (Und vermutlich ein paar Geranien.)

Angeblich hat das System in Dortmund eine Zeit lang sehr gut funktioniert, bis das Areal von osteuropäischen Zuhältern und den für sie (sicher ganz freiwillig und selbstbestimmt) arbeitenden Frauen geflutet wurde. Es gab massive Auseinandersetzungen vor allem zwischen den Zuhältern. Nach einigen Versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen, musste Dortmund aufgeben. Dieses Areal existiert nicht mehr.

Bekannt heutzutage ist das System in Zürich. Dort wurde es im Sommer diesen Jahres eingeführt. Die Frauen zahlen übrigens eine Gebühr an die Stadt für ihre Anwesenheit.

In Zürich zumindest ist den Zuhältern der Zugang verboten. Geheime Lichtschranken am Eingang erkennen nämlich, ob der Fahrer des Wagens ein Zuhälter oder ein Freier ist. (<- dies stimmt vielleicht nicht, aber anders kann ich mir die Umsetzung des Zuhälter-Verbot nicht erklären.)

Eine Evaluation steht noch aus.

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