DRINGEND!! Listen to survivors – don’t jeopardize efforts to prevent sex trafficking

Dringender Aufruf von Equality Now zusammen mit 97 anderen Organisationen gegen Menschenhandel, von denen viele von Überlebenden geleitet werden:

2012 wurden zwei (inzwischen drei) UN Berichte herausgegeben, deren Empfehlungen internationalen Standards bei den Menschenrechten widersprechen und die vor allem jegliche Erfahrungen und Ansichten der Überlebenden von Prostitution und von Menschenhandel übergehen.

Es handelt sich dabei um den Bericht „HIV and the Law: Risks, Rights and Health“ (veröffentlicht von UNDP) und um den Bericht „Sex Work and the Law in Asia and the Pacific“ (von der UNDP, UNFPA und UNAIDS unterstützt). Um HIV-Infektionen zu reduzieren und um die Rechte der Menschen in der Prostitution zu fördern, wird die völlige Entkriminalisierung aller Aspekte der Sexindustrie gefördert, also auch von Bordellen, Zuhälterei und Sexkauf. Außerdem soll die bisher gültige Definition von „Menschenhandel“ im UN Protokoll „Prevent, Suppress and Punish Trafficking in Persons, Especially Women and Children“ – „UN Trafficking Protocol“  überarbeitet und neu zugeschnitten werden, so dass sie auf weniger Menschen zutrifft. Dieses Protokoll ist das wichtigste internationale Dokument um gegen Menschenhandel vorzugehen.

Dass die ungeheure Stigmatisierung von Frauen in der Prostitution (und von Frauen insgesamt) in vielen Ländern der Welt unbedingt beendet werden muss ist unstrittig. Die Entkriminalisierung der Frauen selber ist Bestandteil des schwedischen Modells.

Dass aber ausgerechnet in Gebieten mit sehr hoher Verachtung von Prostituierten und Frauen deren Sicherheit verbessert werden soll, indem man die ihnen gegenüber an den Tag gelegte Gewalt legalisiert, ist nicht nachvollziehbar. Die Aufwertung von Bordellbesitzern, Zuhältern und Freiern setzt diese Frauen einer noch höheren Gefahr aus und nimmt denjenigen, die gegen die Ausbeutung von Frauen (und Kindern) vorgehen wollen, die letzten Handlungsmöglichkeiten. Die Stigmatisierung der Frauen wird nicht dadurch beendet, dass den Profiteuren der Sexindustrie freie Hand gegeben wird. Die letzten Eingriffsmöglichkeiten werden dadurch abgeschafft und die rechtlose Position der Frauen zementiert.

Dies verhindert keine HIV-Infektionen.

Es schadet Frauen.

Der Link führt zu dem offenen Brief der Organisation Equality Now und richtet sich an führende Vertreter der oben genannten UN-Unterorganisationen, an den Generalsekretär Ban Ki-moon und an die Leiterin (Generalsekretärin) von UN Women. Er kann leicht online unterzeichnet werden.

Weitere Informationen zu  dieser Aktion ovn Equality Now, dem Einsatz mit und für Überlebende des Menschenhandels und der Prositution, hier.

Empfänger einzeln:

Michel Sidibé
Executive Director, UNAIDS
Email:sidibem@unaids.org
 
Helen Clark
Administrator, UNDP
Email:helen.clark@undp.org
 
Dr. Babatunde Osotimehin
Executive Director, UNFPA
Email:osotimehin@unfpa.org
 
H.E. Ban Ki-moon
UN Secretary-General
Email:sg@un.org
 
Phumzile Mlambo-Ngcuka
Executive Director, UNWomen
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