Zwangsprostitution

Viele eingearbeitete Organisationen und ExperterInnen machen keinen wesentlichen Unterschied mehr zwischen verschiedenen Formen der Prostitution. Der Grund für Zwangsprostitution ist Armut und der riesige Markt für die Prostituierung von Frauen. Dieser Markt ist kein Naturgesetz und nur in neo-liberalen und extrem patriarchalen (heteronormativen) Zusammenhängen herzustellen und aufrecht zu erhalten. Er kann also verschwinden. Voraussetzung ist eine Gleichstellung aller Menschen und die Erkenntnis, dass andere nicht zum eigenen (per Werbung konditionierten)  Vergnügen benutzt werden dürfen. Auch nicht mit €€, $$ … Geld. Ein Mittel, das klar zu stellen, ist der schwedische Weg im Umgang mit Prostitution.

Situation:

Die Frau in der Zwangsprostitution hat keinen oder kaum Einfluss auf Art und Menge der Sexualkontakte oder auf die Verwendung des Einkommens. Sie wird zwischen Männern getauscht, wobei der eine Vergewaltigungsmöglichkeiten bekommt und der andere Geld. Rechtlich gefasst ist diese Situation so nicht, es gibt allerdings noch die Artikel §180a  und §181a, die zwar nicht definieren, ab wann ein „Zwang“ vorliegt, die Möglichkeit dieser Situation jedoch anerkennen und unter Strafe stellen.

Formen:

  • (auch in Europa zum Teil stattfindende offen sichtbare Gewalt) Entführung, Eingesperrt sein, Prügel, Ausbeutung
  • Verkauf oft durch die eigene Familie an Zuhälter oder Bordelle mit / ohne Menschenhändler als Zwischenhändler
  • Verkauf von einem Bordell an ein anderes, oft im 3-Wochen-Rhythmus
  • Erpressung oft sehr junger Mädchen / Ausreißerinnen, die nicht nach Hause können oder straffällig sind, oft kombiniert mit Loverboy-Szenarien
  • Abarbeiten von Schulden an einen Menschenhändler, falls Erpressung nachgewiesen werden kann
  • Kombinationen dieser Formen

Keine Zwangsprostitution liegt vor bei:

  • Armut, oft mit Kindern
  • Finanzierung einer Sucht
  • Abarbeiten von Schulden an einen Menschenhändler
  • Finanzierung extrem hoher Mieten für die Zimmer/Bordellnutzung um dem Straßenstrich zu entgehen
  • Hohen Eintrittspreisen bei Bordellen auch für die prostituierten Frauen, Vorgaben zum Konsum von Getränken im Bordell
  • Vorgaben wie Flatrate/festen Preisen/Praktiken in Bordellen (in denen die Frauen ja freiwillig arbeiten)
  • Loverboy-Szenarien bei über 18-Jährigen
  • Keine/kaum Arbeitsmöglichkeit, da kein Aufenthaltsstatus

In diesen Fällen ist nach dem deutschen Gesetz alles in Ordnung. Falls etwas nicht in Ordnung ist, hält das Gesetz sich an die prostituierte Frau.

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