Zwangsprostitution und Menschenhandel

Der enge Zusammenhang ergibt sich aus der Situation der Frauen, die entweder von ihren Familien praktisch verkauft wurden oder sich selbstständig auf sehr gefährlicheDeals eingelassen haben. Sie müssen die „Händler“ bezahlen und daher hohe Summen abarbeiten. Da die Menschenhändler entweder Zugriff auf die Familien der Frauen haben und/oder die Frauen hier kein Aufenthaltsrecht haben, haben sie unbegrenzte Druckmöglichkeiten.

Andere Frauen sind vielleicht aus der EU, verlieren aber ihr Aufenthaltsrecht schlagartig, wenn sie sich selbst nicht unterhalten können. Auch für diese Frauen ist ein Ausstieg sehr schwierig, wenn sie in Deutschland bleiben wollen.

Für alle Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit ist es daher zum Teil sehr gefährlich, sich an offizielle Stellen zu wenden. Während der Prozesse gegen Menschenhändler (und das deutsche Prostitutionsgesetz stellt sicher, dass die Zahl dieser Prozesse begrenzt bleibt) haben sie zum Teil noch ein Aufenthaltsrecht. Nach Ende des Prozesses ist das dann vorbei und die Frauen müssen in ihre Heimatländer zurück.

Drei wesentliche Forderungen vieler Organisationen, die z.T. auch von den Befürwortern des deutschen Prostitutionsgesetzes unterstützt werden, lauten daher:

Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution

Strafrechtliche Verfolgung von Menschenhandel auch ohne Opferaussage

Nichtregierungsorganisationen als Ansprechpartner, die Anzeigen und Verdachtsmomente anonym an die Polizei weiterleiten dürfen. (Das müssen dann allerdings Hilfsorganisationen sein, die nicht der Lobby zuarbeiten, also mit kritischem Blick auf Prostitution.)

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