Ausbeutung von Prostituierten – Kommentar

Das entsprechende Gesetz ist merkwürdig, da ja das Gewähren einer Wohnung zur Ausübung der Prostitution per se nicht mehr strafbar ist. Wann und wo Wohnungen zur Ausübung der Prostitution genutzt werden können, ist inzwischen Angelegenheit der Kommunen. Eine Straftat liegt nur vor, wenn eine Wohnung bereitgestellt wird und jemand darin eine Person „zur Prostitution anhält oder im Hinblick auf sie ausbeutet“, und „ausbeuten“  ist wohl so gedacht wie in §181a – Zuhälterei.

Interessanterweise setzt sich mindestens eine der Vertreterinnen der Prostitutionslobby (Doña Carmen) trotzdem für die ersatzlose Streichung der §§ 181a und 180a  (Zuhälterei und Ausbeutung von Prostituierten) ein. Also scheinen sie einen minimalen Schutz zu gewähren.

Aus Sicht derjenigen, die im Dezember 2001 dieses Gesetz durch den Bundestag brachten, liegt hier ein unglaublicher Erfolg vor: Straftaten im Bereich der Ausbeutung von Prostituierten verzeichneten einen Rückgang von deutlich über 90% bei den Verdachtsmomenten und von 99% bei den Verurteilungen. Also ist auch in diesem Bereich alles in Ordnung.

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